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Leseprobe: Die Prophezeihungen von Celestine

...Mit einem Mal schien der von mir und Dobson debattierte Zeitabschnitt in meinem Bewusstsein aufzugehen. Mit aller Deutlichkeit tauchte das Jahrtausend vor mir auf, ganz als sei es Teil meiner eigenen Biographie geworden. Vor tausend Jahren hatten wir in einer Welt gelebt, in der Gott und die menschliche Spiritualität klar umrissen waren. Diese Welt war uns verlorengegangen, oder besser gesagt, wir hatten entschieden, dass mehr hinter der Geschichte steckte. Dementsprechend hatten wir Expeditionen ausgesandt, die die Wahrheit entdecken und uns davon berichten sollten; und als das Warten auf ihre Kunde zu lang gedauert hatte, suchten wir nach Ersatzbeschäftigungen und richteten uns in der Welt ein. Wir beschlossen, es uns bequem zu machen. Und das war uns gelungen. Wir entdeckten die Schmelzbarkeit der Erze und dass sie in Form aller möglichen Gegenstände gegossen werden konnten. Wir fanden Energiequellen, zunächst Wasserdampf, dann Gas, Elektrizität und schließlich Kernkraft. Wir systematisierten die Landwirtschaft und erschufen die Massenproduktion, und mittlerweile herrschen wir über riesige, vor Gütern überquellende Warenhäuser und enorme Vertriebsnetze.
Angetrieben wurde all dies durch den Ruf des Fortschritts, dem Wunsch des Einzelnen nach Sicherheit, während er auf das Eintreffen der Wahrheit wartete. Wir hatten beschlossen, für uns und unsere Kinder ein bequemes und angenehmes Leben zu schaffen; und in knapp vierhundert Jahren Ersatzbeschäftigung war es uns gelungen, eine Welt zu schaffen, in der alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten und Erleichterungen des alltäglichen Lebens produziert werden konnten. Das Problem bestand nur darin, dass unser hochkonzentriertes und obsessieves Bestreben, uns die Natur zum Untertan zu machen und unser Leben bequemer einzurichten, die natürlichen Systeme des Planeten vergiftet und an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hatte. Wir würden nicht so weitermachen können...
...Wir hatten die Grenzen der materiellen Sicherheit erreicht, und schienen nun fest entschlossen, herauszufinden, weshalb wir danach gestrebt hatten...
Die Gesichter der Passagiere...Wie vielen von ihnen, so fragte ich mich, war die Häufung der seltsamen Fügungen bereits aufgefallen?...
...Während ich die verschiedenen Möglichkeiten in Betracht zog, merkte ich, dass ich in Wirklichkeit gar keine Wahl hatte. Das Auftauchen der zweiten Erkenntnis hatte mir jeden Rückweg zu den alten Ersatzbeschäftigungen für immer versperrt. Wenn ich meinem Bewusstsein entsprechend handeln wollte, dann würde ich mich nach vorn bewegen müssen...

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