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Leseprobe: Der Sonnenbruder

... Da steht Beatus Klingohr auf, beugt sich über sein Ränzel, bringt den alten, vergilbten Lederband heraus ... und liest mit feierlich getragener Stimme:

„Dem Herrn musst du trauen,
wenn dir’s soll wohlergehn;
auf sein Werk musst du schauen,
wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen
und mit selbsteigner Pein
läßt Gott ihm gar nichts nehmen,
es muss erbeten sein.

Dein ew’ge Treu und Gnade,
o Vater, weiß und sieht,
was gut ist oder schade
dem sterblichen Geblüt;
und was du dann erlesen,
das treibst du, starker Held,
und bringst zu stand und Wesen,
was deinen Rat gefällt.

Weg hast du alletwegen,
an Mitteln fehlt dir’s nicht;
dein Tun ist lauter Segen,
dein Gang ist lauter Licht;
dein Werk kann niemand hindern,
dein Arbeit darf nicht ruhn,
wenn du, was deinen Kindern
ersprießlich ist, willst tun.

Und ob gleich alle Teufel
hier wollten widerstehn,
so wird doch ohne Zweifel
Gott nicht zurückegehn:
was er ihm vorgenommen,
und was er haben will,
das muß doch endlich kommen
zu seinem Zweck und Ziel."

 

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