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7. aus dem 3. Brieftagebuch: Israelreise
9. Reisetagebuch Israel 2010
10.– 21. November 2010

im Vorfeld:

1.9.09 Ich fuhr dann nach Penig, wo abends in M. kleiner Bücherei die Schwalbennestrunde stattfinden sollte. Ich kaufte mir dort nachmittags „Höret die Stimme“, das B. zu lesen empfohlen hatte, setzte mich auf dem Markt auf eine sonnige Bank und begann zu lesen. Ich glaub, ich kann jetzt schon sagen, ich liebe dieses Buch.

2.9.09 Als ich erwachte fühlte ich mich frisch, setzte mich dann zur Medi, nach der ich mich allerdings noch mal hinlegte, mich jedoch verwunderte, dass mein Liebster nicht kam. Also nahm ich „Höret die Stimme“ zu Hand und als ich drin die Beschreibung von Jerusalem las, da ergriff es mich dermaßen, dass mir die Tränen nur so liefen und mein alter Wunsch wieder erwachte, einmal Jerusalem zu besuchen. ‚Bitte, liebster Jesus, mach mir’s möglich!’, bat ich.

10.9.09 Gestern schon hatte ich Flyer des Ashram an die Kirche von Orlamünde gehangen, Heute machten wir auf der Heimfahrt hierfür einen Abstecher nach Magdala, wo die evangelische Johanniskirche steht, eine Namensschwester unserer Kirche in Rußdorf. Ich drückte die Klinke herunter, in der Befürchtung, dass sie eh geschlossen sein würde, und siehe da, die Tür gab nach. ‚O, Wunder!’
...
Zwei Blätter nahm ich mit. Auf einem heißt es, dass Richard Wagner sich, auf seiner Flucht, in Magdala versteckt hat und ein weiteres Blatt weißt auf eine Israelreise hin, die die Gemeinde Magdala für 2010 geplant hat...

..................................

Montag, 12. Juli 2010
Lieber B.,...
Vom Pfarrer aus Magdala hab ich Bescheid, wegen der Israelreise im November. Es klappt :-) Ungefähr 1.500 Euro soll’s kosten. ‚Bitte, lieber Jesus, mach dass ich soviel dafür haben werde!’
Acht Plätze seien noch frei, sagte er, und so hab ich gleich ein paar Infomails dazu losgeschickt auch an P.; so sagte mir meine innere Stimme eindringlich. Vielleicht hat sie ja tatsächlich Lust drauf, oder sie kennt Leute, die sich eine Israelreise wünschen. Am allerliebsten wär mir’s natürlich, Du kämst mit, B. Stell Dir vor, Du und ich gemeinsam in Jerusalem; ... sag, wär das nicht herrlich. Sag, B., wär das nicht herrlich?!

Wenn Du mich heut Nacht überhaupt ein Auge zu tun lässt, Liebster, dann lass es mich doch träumen, Du und ich, Hand in Hand, auf den Spuren Jesu und Maria Magdalenens.
Gute Nacht, Schatz.
Bettina

Dienstag, 13. Juli 2010
Lieber B.,...
Ich hab wieder am Manuskript geschrieben und zwar die Tage im September vorigen Jahres als ich erkannte, dass ich Maria Magdalena bin. Einen Tag später waren wir auf der spirituellen Hochzeit in Thüringen und am nächsten Tag fand ich in der Kirche zu Magdala diese Auslage über die geplante Israelreise und ich find das absolut lustig, dass ich das grad jetzt zu schreiben hatte, wo ich doch Gestern die Zusage zur Teilnahme an der Reise in den mails gefunden hab und so das Thema also wieder obenauf liegt. Findest Du das nicht auch witzig, B.? Fast ist mir, als wenn Du das warst, der es so für mich inszeniert hast, Du Schelm, Du.

A.. hat geschrieben. Sie fühlt sich angezogen von der Israelreise, aber, ob sie sich dazu entschließen wird steht noch offen. Also, ich würde mich freuen.

Sonnabend, 17. Juli 2010
Lieber B.,... 
Der Sohn ist da, B. Auf die Israelreise hat er keine Lust, aber sonst scheint’s ihm gut zu gehen...

Donnerstag, 22. Juli 2010
Lieber B.,
0:35 Heut ist der Namenstag von Maria Magdalena, mein Jesus. Gibt’s da für mich eine Überraschung?
Jetzt aber wirklich erstmal gute Nacht, Liebster.
...

Donnerstag, 12. August 2010
Lieber B.,
eigentlich ist schon der 13. Kurz nach Mitternacht ist es und ich bin grad eben von dem Israelabend aus Magdala zurückgekommen. Genau eine Stunde Fahrzeit braucht man dazu. Lass Dir hier einmal danken, liebster Jesus, dass Du immer so wunderbar mit mir fährst und mir das absolute Gefühl von Sicherheit gibst. Danke!

Du, ich sag Dir, diese Israelreise wird klasse! Der M.K. und seine Frau sind ganz Liebe und die waren im Februar schon mal in Israel, so dass sie sich nun schon auskennen und alles wunderbar organisieren werden.
Der Pfarrer hat vor, an den jeweiligen Orten die passenden Bibeltexte zu lesen, ein Abendmahl will er halten im historischen Saal und Kontakt zu einer Familie im Magdala haben sie aufgenommen, die nach Israel gegangen ist, um sich dort um behinderte Kinder zu kümmern.
Fünf Tage wollen wir in Jerusalem verbringen, zwei in Galiläa, zwei am Jordan und zweimal wollen wir in einem Kibbuz übernachten. Und baden wollen wir, im Toten Meer.

Ich muss endlich mal an Penina schreiben! Vielleicht kann ich sie ja sogar treffen?

Ach, B., das wird schön! Und Du hast versprochen, Du bist dabei. Nur noch drei Plätze sind übrig; und ich hab im Geiste schon mal gesagt, sie mögen einen frei lassen für Jesus.
Zehn gute Seelen waren heut anwesend und ich hatte echt den Eindruck, die wissen alles.
So, nun komm, Liebster, leg Dich zu mir.
Bettina

Freitag, 17. September 2010
Lieber B.,...
Gestern in Magdala haben wir die geplanten Stationen der Israelreise bekommen; heut im LIMBOmar hab ich die Route abgezeichnet. Das wird schön, B.; wirst’s sehen. Ich freu mich so sehr darauf! So an die dreißig Leute waren wir gestern Abend und auch unser Reiseführer Y. war da, weil er zufällig in Deutschland ist. Der gefällt mir gut.

Vorher hab ich in Magdala einen Spaziergang in den Wald zur „Grotte“ gemacht. Der Platz dort übte eine enorme Schwingung auf mich aus. Ich muss mich mal nach der Geschichte erkundigen.
Nach dem Spaziergang hab ich im Finstern in der Kirche gestanden und hab das „Agios“ für Dich gesungen, denn vorher hatte ich keine rechte Andacht, weil ein Maler zugange war, der die Wände weißte und dabei Antenne Thüringen laufen hatte.

Ja, was war Heute noch so? Ach, egal! Komm, B., lass uns die Nachtschicht beginnen :-)
Ich liebe Dich!
Bettina

Sonntag, 3. Oktober 2010
Lieber B.,
2:00 grad wecktest Du mich halb aus dem Schlaf und Du sagtest zu mir: „Du mein Karmel-Mädchen.“ O, welch lieblicher Name! Ich danke Dir, mein Juan de la Cruz. Ach, B., ich liebe Dich. Komm, lass uns zum Gipfel strebend Reigen tanzen!...

Donnerstag, 7. Oktober 2010   Neumond
Lieber B.,
es ist bereits 1 Uhr. Eben erst bin ich von Magdala zurück; stand bei Hohenstein-Ernstthal eine Stunde im Stau.
Ach, wie ich mich auf Israel freue! Der M.K. hat mir einen Israelfilm geschenkt. Morgen will ich ihn mir anschauen. In dem Pfarrer von Magdala hab ich den ... erkannt. Das passt! Danke, lieber Gott!
So, nun bin ich aber müd. Gute Nacht, Schatz.
Bettina.

Dienstag, 9. November 2010
Lieber B.,
5:10 na, Du hältst mich ja wiedermal ganz schön auf Trab, Liebster. Andere Leute schlafen in der Nacht! Danke für Deine göttliche Liebe, Schatz!
Als ich um Vier erwachte, hatte ich geträumt, von einem Zombie aus der esoterischen Branche, der mir aufzeigen wollte, wie viel Kraft seine Heilmethode hat und wie unzulänglich dagegen meine ist. Ich könnte mir vorstellen, dass, immer wenn ich aus heiterem Himmel von solchen Leuten träume, derjenige grad seine schwarze Magie gegen mich betreibt. Aber abschließend hatte ich in dem Traum ein schönes Bild: - Viele weiße Wolken am Himmel, verbunden durch ebenso viele Regenbögen, was ich deute, mit vielen kleinen lebendigen Gemeinschaften, zu denen ich in meiner gestrigen Rundmail aufgerufen hab und die allesamt miteinander in harmonischer Verbindung stehen. Ich danke Dir für dieses Bild, mein Jesus. So soll es sein. Ich liebe Dich!

18:15 So, B., der Koffer ist gepackt; es kann losgehen :-)
Ach, ich freue mich so! Und doch fühl ich mich etwas bedrückt, alles kommt mir so unwirklich vor; das mit uns; und doch weiß ich ja, es ist alles wahr, was mir geschieht. Ach, es wird Zeit, dass ich mal rauskomme hier, wo mich alle nur verachten und niemand etwas mit mir anzufangen weiß. Energetische Angriffe wird es unterwegs auch geben; ja, das weiß ich! Ich bitte Dich, Liebster, gib mir Kraft ihnen konstruktiv und transformierend begegnen zu können.
So, und jetzt les ich noch ein bisschen in Daniel. Vielleicht schaff ich’s noch zu Ende zu lesen.

21:45 Ja, ich hab’s geschafft und weiß nun auch wer Daniel war: ...! Nur bei Ezechiel weiß ich’s nun noch nicht eindeutig...? Bitte erhelle mir’s, lieber Gott!
Vorhin hat die Mama gefragt, was ich denn bloß in Israel will. Ich hab ihr gesagt, dass ich dort schon mehrfach inkarniert war und dass es für mich wie ein Stück Heimat ist. Tiefer ging das Gespräch allerdings nicht, aber wenigstens hat mal jemand danach gefragt. Niemand interessiert sich dafür, weder der, der den Papieren nach meinen Mann darstellt, noch der Sohn; weder die Tochter, noch die Schwester. Es ist grausam, B.; hol mich doch endlich fort von hier, bitte!

So, ich mach erstmal Feierabend. Die letzte Nacht in meinem Bett! Die Katze sitzt noch immer bei mir und lässt sich das Fell kraulen. Es scheint, sie will über Nacht bleiben. Sie wird wohl spüren, dass ich fort gehe. In der nächsten Nacht schlafe ich in Magdala, im Schlafsack; wenn ich denn überhaupt schlafe. Und in der Nacht darauf schlaf ich in Israel, in Tel Aviv. Ich würd mich freuen, Penina zu sehen. Vielleicht kannst Du’s einrichten?

Ja, Schatz, ich spür ja das Anklopfen Deines Herzens. Ich komm ja schon, Liebster. Ich fliege!
Bettina.


Reise von Magdala nach Jerusalem

Mittwoch, 10. November 2010
Lieber B.,
6:50 oh, mein Gott, oh, mein Gott, was ließest Du mich erkennen?! Ja, es ist mir jetzt klar, ... war Ezechiel und ebenso Daniel! Aber was mich betrifft, Du lieber Gott! Ich selbst soll ... gewesen sein?! Oh, mein Gott, lass es mich einfach annehmen! Ich danke Dir jedenfalls, dass Du es mir noch vor Israel erhellt hast. Ich liebe Dich.
„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße, um seines Namens Willen. Und ob ich schon wanderte im finstren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ (Q2)
So sei es. Ja, mein Gott, so is’es ja! Oh, mein Gott!

Magdala in Thüringen
20:10 Ach, B., danke für den schönen Tag. Die Martinsfeier war klasse, hier in Magdala. Die Kirche war gerammelt voll; jede Menge Kinder haben die Geschichte des heiligen Martin nachgespielt; der Martin kam auf einem echten Pferd in die Kirche geritten. Dann gab’s einen Lampionumzug durch den Ort und Lagerfeuer und Glühwein und Thüringer Roster im Pfarrgarten. Nun hat mir U. mein Nachtlager gezeigt und drüben im Gemeinderaum hat sich der Gospelchor zusammengefunden, weil sie noch mal proben wollen. Da werd ich mich noch bisschen dazu setzen und zuhören, vielleicht. Ach nein, ich geh noch mal raus, muss ja noch 14 Steinchen sammeln. Mit meinen 19 wären das dann 33, plus die drei größeren, die für die Jordanquelle, den See Genezareth und das Tote Meer gedacht sind.

Donnerstag, 11. November 2010
Lieber B.,
Magdala 2:10 Du, ich hab dann gestern Abend noch mitgesungen im Chor. Ach, ich wünsche mir so sehr eine Gemeinschaft, mit der ich singen kann! Wie wär’s denn mit Dir, B.?

Ah ja, der gestrige Tag. Früh bei der Frau von der Arge, die nach meinem Buch fragte und mir von ihren Sorgen erzählte, sodass sie am Ende nicht mich, sondern ich sie lebensweisheitlich beraten hab.
Auf meinem Nachhausespaziergang hab ich mir dann gleich zwei von den sechs Bewerbungsstempeln geholt, die ich im halben Jahr abliefern muss; einen in der Diakonie, wo im Gespräch mit dem Leiter das Thema auf’s bedingungslose Grundeinkommen kam und er die Welt- und Gesellschaftslage resignierend einschätzte, woraufhin ich ihm sagte, dass wir ja jetzt, Gott sei Dank, verstärkt Hilfe von oben bekommen. Den anderen Stempel hab ich im Altenheim bekommen, da wo unsere Oma A. gestorben ist. Die Leiterin dort, eine ganz Liebe, wissend, wie mir scheint, hat auch nach meinem Buch gefragt und wollte noch mehr über mein Erleben wissen. Ich hab ihr davon erzählt.

Ja, und dann hast Du Dir ja wiedermal einen schönen Spaß mit mir erlaubt, Du! Ich schlug übers Feld einen anderen Weg als sonst ein und hab mich total verlaufen. Am Ende bin ich querfeldein, über nasse Wiesen und schlüpfrigen Waldboden und das in meinen neuen Schuhen für Israel, was mich sicherlich zwei Stunden gekostet hat, und ich konnte dabei spüren, wie Du Dich amüsiert hast darüber.
Na gut, ich hab dafür zwei Schwäne auf dem Teich sehen dürfen, mit vier halbwüchsigen Jungen; ein schönes Weidenkreuz hab ich gebunden und unsere heilige Stätte neu gestaltet. So, B., jetzt muss ich aber zum Parkplatz runter gehen, der Bus fährt in einer viertel Stunde. Komm, fahr mit!

Frankfurt am Main
8:30 So, mein Lieber, ich sitz nun hier auf dem Frankfurter Flughafen, Gate C13 und hab noch fast zwei Stunden bis zum Abflug. Du versprachst mir ja, Du kämst mit nach Israel, aber ob ich das glauben kann? Ich weiß es nicht.

Tel Aviv
22:30 Der Flug verzögerte sich, so dass wir gegen Drei im sonnigen, feuchtwarmen Tel Aviv landeten. Im Flieger saßen zwei Amerikanerinnen neben mir, Margy und Diana, die auch mit einer Gruppe unterwegs sind. Von unseren Bussen aus sahen wir uns dann noch mal und tauschten Handküsse aus. Sie werden jetzt auch zehn Tage in Israel auf Tour gehen und ich hab das Gefühl, wir treffen uns noch mal.

Y. wartete am Flughafen schon auf uns – ich war die Erste, die ihn erkannten – und wir fuhren mit dem Bus durch Tel Aviv und nach Jaffa.
Die beiden Städte wachsen ineinander, die blutjunge Tel Aviv und die uralte Jaffa. Y. führte uns – es war bereits finster – durch die sanft beleuchteten verwinkelten Gassen der idyllischen Altstadt. Eine ganz wunderbare Atmosphäre ging von dem Ort aus; und von unserem Reiseführer Y. ebenso. Eine stark beruhigende  Energie strahlt er aus. Ach, ich freu mich so auf die kommenden Tage!
Was erzählte Y. doch gleich über die Kanone und die Skulpturen Napoleons, die in Jaffa aufgestellt sind? Der Muezzin hatte den Kaiser mit seinem Geschrei genervt, so dass der ihn hat einfach herunterschießen lassen. Ob das wohl stimmt? Wer weiß?
Einer Braut hab ich in den Gassen von Jaffa per Handschlag gratuliert. Sie war dort mit vier jungen Männern zum Fotoshuting unterwegs und wirkte recht amüsiert, als ich ihr die Hand reichte. Vielleicht hatte die ganze Geschichte ja gar nix mit Hochzeit zutun, sondern sie war einfach nur ein Model? Na jedenfalls war sie wunderschön anzusehen.

Das City Hotel ist recht ordentlich und meine Zimmergenossin ist eine ganz nette. Ich hab ihr ihren Beckenschieftand aufgelöst, denn sie hatte Kreuzschmerzen. Nun bin ich aber müd und Kopfschmerzen hab ich auch, schon seit dem Flieger. Ach ja, eins noch; wir waren vorhin noch am Meer, die M. und ich. Und stell Dir vor, Penina hat angerufen! Treffen werden wir uns leider nicht, aber wir haben zusammen gelacht. Danke!

Nun aber erstmal Schluss, B.! Gute Nacht.
Bettina

Tel Aviv
Freitag, 12. November 2010
Lieber B.,
7:00 grad hat das Telefon geklingelt. Ganz schrill hat es uns geweckt und mich aus der Meditation gerissen, in der ich eine Stunde lang gesessen hatte. Die Stunde war um wie nix. Ich hatte ja gehofft meine Kopfschmerzen dabei loszuwerden, aber ganz hast Du sie mir noch nicht genommen. Sag, Jesus, was war denn das für ein Traum? An Vieles kann ich mich gar nicht mehr erinnern, aber ich hab schon an der Schlussszene genug zu knabbern: - Jemand, ich glaub der A. war’s, bringt mir ein Baby, dass ich im Kinderwagen in den Garten gestellt hatte. Das Baby ist nackt, etwas aufgedunsten, Arme und Beine sind ihm von Tieren zur Hälfte abgefressen, aber die Wunden sind bereits verheilt. –
Das scheint mir doch nicht einfach nur ein Traum gewesen zu sein, es mutete mir eher an wie eine Vision. Wenn es so ist, dann bitte erhelle es mir.

Deine Liebe hat mir gefehlt diese Nacht, Schatz. Ich hoffe, wir finden Gelegenheit; nicht dass ich die ganze Zeit über darauf verzichten muss.

Mateh Ascher
23:15 Nun sitze ich hier in meiner Betthälfte im christlichen Kibbuz Nes Ammim, durch den uns vorhin eine Volontärin mit österreichischem Dialekt geführt hat. Hier fällt mir grad diese lustige Episode ein: Die Volontärin sagte, wir müssten uns keine Gedanken machen, wenn es so klingen würde, als heulten die Schakale direkt unter unserem Fenster. „Sie kommen nicht bis auf unser Gelände“, sagte sie, „sie bleiben außerhalb. Manchmal liegt morgens einer auf der Straße.“ M. fragte, zur Erheiterung der Umstehenden: „Ein Schakal?“
Nach der Führung hielt unser M.K. noch eine kurze Andacht; schön war’s, da im Synagogenraum des Kibbuz.

Wir haben Heute die Ausgrabungsstätten in Cäsarea besucht; Theater, Aquädukt, Hafen usw. Über das Karmelgebirge sind wir gefahren, vorüber am Karmeliterkloster mit Stopp am Imbiss, dessen Betreiber unser Busfahrer ist, wie es hieß. Ich hab nix gegessen, hab in der Zeit lieber die Kirche Maria Stella besucht. Als ich zum ersten Mal klinkte, war die Pforte verschlossen, aber einige Meter weiter stand ich dann vor einer hoch aufragenden Säule, die eine Statue der „Madonna mit den Kinde“ trug, die mich ganz wunderbar ins Schwingen brachte. Als ich dann zurück bei der mittagessenden Gruppe war und E., eine Katholikin, allein in der Gegend herumstehen sah, da lud ich sie ein, sie zu der beeindruckenden Marienstatue zu führen. Als wir nun aber an Maria Stella vorüber kamen, da hattest Du für mich die Kirche zwischenzeitlich geöffnet, Du Lieber. Danke!
Drinnen umfing mich ganz mächtiges Schwingen und so stand ich nun da und lauschte den liturgischen Gesänge einiger Priester, in weißem Habit, die oben auf einer Art Balkon ihren Gottesdienst feierten und bewunderte staunend das herrliche Kircheninnere, mit seinen beeindruckenden Deckengemälden, welche die Evangelisten darstellen.

Durch Haifa sind wir dann noch gefahren, haben im Kibbuz die Zimmer bezogen und sind noch mal losgefahren, mit dem Bus ans nahe Mittelmeer, zum Baden. Das war so was von herrlich!

Das Abendessen war total lecker; und koscher! Gestern war’s auch gut, aber Heute noch ein Stück besser. Auch die Unterkunft im Kibbuz gefällt mir besser, als die gestrige im Hotel im lauten Tel Aviv.
Noch mal zu dem beklemmenden Traum von heut Morgen. Am Frühstückstisch kam ich darauf, dass es sich bei der Sache mit dem verstümmelten Baby wohl um schwarze Magie gehandelt hat.
... saßen mit am Tisch und fragten ganz auffällig scheinheilig, wie ich denn geschlafen hätte. Da wusst ich’s plötzlich. ... Ich schätze mal, gute und böse Seelen werden sich in der Gruppe zahlenmäßig die Waage halten, aber vom energetischen Potential her sind die Guten natürlich voll im Vorteil, denn gegen die Liebe hat die Bosheit nun mal keine Chance.

Ja, was war Heute noch? Ach, ja! Meiner Nachbarin im Bus, der Ältesten der Gruppe, hab ich die Hände auf ihre schmerzende rechte Schulter gelegt und der Zweitältesten, der Katholikin, hab ich eine Reikianwendung versprochen.

Noch was? Ja! Als ich auf dem Wegweiser „Cäsarea“ gelesen hatte, da musste ich weinen. Sicher war ich mit Dir dort vor zweitausend Jahren, als die Ruinen noch keine Ruinen waren. Ach, mein Jesus, wie wird meine Seele wohl erst reagieren, wenn wir nach Jerusalem  kommen?!
Nochmal zu heut Morgen, als ich halb Vier mit diesem verstümmelten Babytraum erwachte. Die anderen aus der Gruppe berichteten dann von einem Feueralarm, der alle ziemlich in Aufruhr versetzt hatte. Einige waren sogar auf die Straße hinaus gerannt, bis dann schließlich Entwarnung gegeben wurde. Ich selbst hatte von diesem ganzen Spuk gar nix mitbekommen gehabt. Wenn ich das alles nun noch mal so bedenke, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass Du hier Deine Hände im Spiel gehabt hattest, um mich vor den Machenschaften der schwarzen ... zu bewahren. Ich danke Dir, mein Jesus.

Nun aber, komm erstmal, lass uns schlafen; es ist ja bereits Mitternacht. Lass M. tief und ruhig atmen, damit ich mir sicher sein kann, dass sie schläft. Und dann komm, Liebster, leg Dich zu mir. Gute Nacht also, B.
Bettina

Akko
Sonnabend, 13. November 2010
Lieber B.,
12:45 ich sitze hier im sonnenerhitzten Akko, auf den schattigkühlen Marmorstufen zur El-Jazzar-Mosque, in die wir uns nachher, halb Zwei, hinein begeben wollen, sobald die anderen ihr Mittagessen beendet haben werden. Seit Stunden sind wir hier in den historischen Mauern der Stadt unterwegs: Katakomben, Karavansarai, Bazar und so weiter.

Als Erstes haben wir heut Morgen das Mausoleum von Mirsa Ali Mohammed, dem Begründer der Bahai-Religion besucht. ... Alles war recht spannend veranstaltet. Eisentore versperrten den Zugang zu den Gärten des Heiligtums und recht unfreundlich wirkende junge Männer achteten streng auf Kleider- und Verhaltensordnung: Schultern und Knie mussten bedeckt sein, durchsichtige Schultertücher waren nicht erlaubt, und die Schuhe waren auszuziehen im Heiligsten der Bahai. Darinnen hatte ich eine recht angenehme Schwingung, jedoch nicht so stark wie in christlichen Kirchen, irgendwie sanfter fühlte es sich an. Ich muss mich zuhause mit dieser Religion noch mal näher befassen, denk ich.
Ich hielt mich immer nahe Y., denn mein Hörgerät funktionierte nicht recht, die Y. an die 43-köpfige Truppe ausgeteilt hatte, damit jeder immer alles verstehen konnte, was er erklärend ins Mikro sprach.
Die Bahai-Gärten sind Kulturerbe; wunderschön gestaltet. Die weißen rund gelutschten Kieselsteine unter unseren Füßen raschelten bei jedem Schritt ganz wohltuend. Y., der sein Deutsch nicht auf einer Schule erlernt hat, sondern im Umgang mit deutschsprachigen Menschen, sagte: „Hört mal hin; auf die Wege mit den runden Steinen und dann auf die eckigen! Jeder Weg macht einen anderen Rausch.“ Ich musste schmunzeln. „Du meinst sicher Geräusch“, sagte ich, worauf er etwas verlegen, aber durchaus amüsiert beipflichtete: „Oh ja, Geräusch.“ Ich fand das so süß und freute mich schon auf ähnliche Versprecher, die wir in den kommenden Tagen wohl noch erleben werden dürften.

Heut Morgen halb Vier hörte ich die Schakale um die Wette winseln; dann kamst Du leise und sanft zu mir. Danke!
Und um Fünf ging ich hinaus in den Park des Kibbuz, um barfuß und im Nachthemd noch ein paar Runden zu gehen, in der feuchtwarmen Morgenluft. Langsam wurde es hell, die Sonne zauberte das herrlichste Morgenrot an den Himmel, die Schakale wurden stiller, die Vögel lauter und ich war ganz allein unterwegs, alles schlief noch süß.
Ich klinkte an der Kirchentür, in die wir Gestern nicht hinein konnten, weil dort gerade israelische und palästinensische Jugendliche zusammen saßen, um einen Weg zu friedlicher Kommunikation zu suchen. Doch nun fand ich sie offen!
Lange hab ich mich darin aufgehalten, herrlich hallten meine Lieder und Gebete im Raum. Zum Abschluss hab ich mich eine Weile bäuchlings vor dem Altar auf den kühlen Marmorboden ausgestreckt; das hatte ich in diesem Leben noch nie gemacht und fand es nun Heute ganz wunderbar, ja, fast heilig.
Hab Dank, Jesus, für diesen guten Start in den Tag.

Wir waren in Akko. Ah ja, das schrieb ich Dir ja schon.
Ausgrabungen mit herrlichen Mosaiken haben wir da in der Nähe noch besucht. Monalisa von Zippori, wurde eine der wundervoll fast plastisch wirkenden Darstellungen genannt. Ziporri! Du das erinnert mich aber stark an Moses Frau Ziporra. Ist dieser Ort nach ihr benannt? ...

Abends, in Kana, waren wir in der Wasser-und-Wein-Kirche. Da hat der Pfarrer mit dem passenden biblischen Text Andacht gehalten.
Das Hotel hier in Tiberias ist ganz ordentlich, nur leider viel zu laut. Autoverkehr, Kühlungsventilatoren und das alles direkt unter unserem Fenster. Na egal; Hauptsache wir sind am See Genezareth, den wir nun drei Tage lang umrunden wollen.

Tiberias
Sonntag, 14. November 2010
Lieber B., ich danke Dir! Wieder hatte ich Gelegenheit um Fünf im Finstern rauszugehen, um schwimmend im Pool den erwachenden Tag zu begrüßen. Kein Wölkchen war am Himmel heut Morgen. Das Morgenrot zog sich breit und gleichmäßig am Horizont entlang, um sich dann im Tageslicht aufzulösen, sich dann jedoch noch einmal an einem Punkt zu sammeln, da wo gerade jetzt, in diesem Moment die Sonne hinter dem langgestreckten Bergrücken aufsteigt.
Nur drei Minuten brauchte sie, um sich nun in ihrer vollen Pracht zu präsentieren. Schon spiegelt sie sich mit rötlichem Schein im See. Bitte, lass mich doch keinen einzigen Tagesanbruch versäumen hier, mein liebster Jesus.

6:30 So, jetzt sitz ich hier im Zimmer auf meinem Bett und warte bis M. ihre Morgentoilette beendet hat, so dass auch ich ins Bad kann.
Viertel Sieben also geht über dem See Genezareth die Sonne auf. Da brauche ich ja keine andere Uhr mit an den Pool zu nehmen. Ach, Jesus, ich liebe Dich!

Gestern Abend saß die ganze Truppe noch auf ein Glas Wein auf der Terrasse draußen, eingeladen von der Zweitältesten, der E. also, die Gestern 76 Jahre alt geworden ist. Ich hab mich dann gegen Zehn zurückgezogen, wollte ja die Zweisamkeit mit Dir genießen. Hab tausend Dank dafür, Liebster.

14:00 Ach, B., eben noch bin ich geschwommen im See Genezareth. Drinnen waren um die fünfundzwanzig Grad, würde ich sagen; draußen fünfunddreißig. Hochsommerliches Israel und das im November! Ach, B., ich wünschte mir so sehr, Du wärst jetzt hier und wir könnten gemeinsam schwimmen, hier am Strand von Magdala, wie vor zweitausend Jahren.
Am Rand der Ausgrabungsstätte hab ich vorhin gestanden und bin mächtig ins Schwingen gekommen. Heimat, mein Jesus, Heimat!
In der Ausgrabungsstätte von Magdala liegt jetzt ein Steinchen aus dem thüringschen Magdala und auch eines aus L.-O.

Am Ort der Seligpreisungen sind wir gewesen heut Vormittag, haben die Kirche dort besucht und dann draußen im Park, an einer der kleinen Altarstellen Andacht gefeiert. Ich hab zuerst ein wenig bei einer italienischen katholischen Messe mitgefeiert, weil ich gar nicht gleich mitgekriegt hatte, dass wir selbst auch Gottesdienst gefeiert haben.

Als nächstes hielt der Bus in Kapernaum, wo auch das Wohnhaus von Petrus Schwiegermutter steht, haben dort an der Petrusfigur ein Gruppenfoto gemacht und wieder Andacht gehalten und den passenden Bibeltext gelesen.

In einem Kibbuz haben wir uns einen Film angeschaut über den Fund des Jesusbootes im See Genezareth, vor etwa zwanzig Jahren. Achtzehn Jahre lang war das Boot dann in einer Lauge gehärtet und haltbar gemacht worden und wir konnten es nun besichtigen.
Ach, es ist schon beeindruckend, das alles! Bei den Bibelworten sind mir wieder die Tränen in die Augen gestiegen, aber im Großen und Ganzen bin ich doch ziemlich ruhig.

Bis zur Abfahre des Busses aus dem Kibbuz blieb noch Zeit, als ich begeistertes Kindergeschrei vernahm, dem ich folgte. Es führte mich in eine Turnhalle, die mit ansteigenden Bankreihen für Publikum ausgestattet war. Ich setzte mich und mein Herz wurde ganz weit, als ich einer Schulklasse - das Alter der Kinder mag so um die acht Jahre gewesen sein – beim Spiel „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“ zuschauen konnte. Wenigstens ist dieses Spiel bei uns zuhause in Deutschland unter diesem Namen bekannt. Wie die Israelis es nennen, dass weiß ich gar nicht, da muss ich Y. direkt mal fragen.

So, erst mal gut jetzt, denn der Bus will weiter. Ich glaub, zu den Drusen wollen wir Heut noch.
...

Sie ließen uns leider nicht hinein, weil manche ihren Körper nicht bedeckt hatten und der Wärter sich außerdem durch blödes Kichern verarscht gefühlt hatte, wie mir schien.

Tiberias
Montag, 15. November 2010
Lieber Jesus,
6:00 Ich danke Dir, dass ich grad unseren muslimischen Busfahrer seine Rückenschmerzen heilen durfte. Er hatte zwar wahrscheinlich etwas anderes im Sinn, als er mich nackt im Pool schwimmend fand und fragte, ob ich ihn wegen seiner Rückenschmerzen massieren könnte, auf seinem Zimmer. Nein, hab ich gesagt, nicht massieren, aber Energie könnt ich ihm geben, die ihm die Schmerzen nimmt, jedoch nicht auf seinem Zimmer. Darauf fragte er: „Dann in Deinem Zimmer?“ „Nein“, sagte ich, „hier auf einer Liege am Pool.“ Danke übrigens für den Pool, Jesus. Es ist so eine Wohltat wenn man heiß geschwitzt erwacht, gleich in den Pool zu steigen und das auch noch nackt, weil in der Dunkelheit noch keine Seele unterwegs ist. Außer Heute der Busfahrer, den Du mir geschickt hast, ja.
Er fragte dann noch, welche Energie das gewesen ist. Ich sagte: „Reiki“, womit er nichts anzufangen wusste; ich sagte: „Jesus“ und er wusste Bescheid.
Ach, mein Jesus, mein B., Du mein göttlicher Gemahl, ich lieb Dich so!
Also, Schatz, ich hätte nix dagegen, wenn noch mehr Leute zu mir kommen, die ich von ihrem Beckenschiefstand befreien darf.

Ja, zu Gestern. Nach dem Reinfall bei den Drusen, waren wir noch in einer Diamanten-Schleiferei. Die ganze Herde von vierzig Mann wälzte sich durch die Verkaufsräume, doch keiner kaufte etwas. Nach dem üppigen Abendbüffet verabschiedete ich mich und schlief bald ein.

Vor dem Essen, als M. zur Poolterrasse gegangen war, da hatten wir beide doch eine schöne Stunde für uns? Ich schickte das Gebet zur Erleuchtung der Jünger; einfach erhebend, hier von Tiberias aus! Wie wir den Rest der einsamen Stunde zweisam nutzten, das dürfte Dir ja bekannt sein, Liebster.

So, die Sonne sah ich wieder in ihrer vollen Pracht hinterm Berg aufgestiegen; nun steht sie bereits etwas höher und die Poollandschaft bevölkert sich. Ich geh also mal hinein jetzt. Bitte, lieber Gott, segne diesen Tag und alles was da kommen mag!

8:20 So, B., der Bus ist angeworfen. Langsam füllt er sich und ich freue mich auf den Tag. Geplant ist für Heute Nazareth, dann des Jesus-Dorf-Modell, Besuch in Migdal/Magdala und abends eine Fahrt mit so einem Petri-Boot-Nachbau über unseren heiligen See, Schatz. Komm, fahr mit, Jesus!

Der Pfarrer sagte gerade unser erster Weg geht jetzt zur Brotvermehrungskirche.

9:35 Oh, Jesus, es ist wunderbar! Eine gute Schwingung hatte die Kirche. Schöne alte Mosaike auf dem Fußboden, am Altar ein farbenfrohes Bild der Brotvermehrungsszene und zwei schöne Ikonen von Jesus und Maria, vor denen ich natürlich eine Kerze das Friedens entzündet hab, mit guten Wünschen für zuhause, ebenso zur Erleuchtung der guten Seelen.

Wir sitzen nun wieder im fahrenden Bus auf der Fahrt nach „Machdl“, wie der Pfarrer es nannte. Das heißt eingethüringscht, Magdala :-)

Tiberias
Dienstag, 16. November 2010
Lieber B.,
6:00 wieder beginnt so ein schöner Tag. Wieder sitze ich am Pool. Das über den See leuchtende Morgenrot ist bereits wieder verblasst und nun fokussiert es sich an der Stelle, an der bald die Sonne hochsteigen wird, und bestrahlt apricotfarben die wenigen Wolkenbänder, die sich breit über den Rücken des Gebirges erstrecken.

Ich sitze Heut allerdings schon so lang hier, dass es mir jetzt kühl wird. Viertel wachte ich auf. Um wollte ich ja bereits am Pool sein. Gut, ich beeilte mich nun also, schwamm meine Runden in der Erwartung, dass dabei der Tag erwacht, aber es blieb finster. Ja, ich war halt nicht um Fünf rausgegangen, sondern kurz nach Vier. Egal! Hab ich eben meditiert, solang das Licht zum Schreiben noch nicht ausreichte. Auch gut!
So, jetzt kommt sie aber endlich hinter dem Gebirge hervor, die Sonne, die Gute, die Lebensspenderin. Ach, es ist so herrlich, lieber Gott! Ich danke Dir!

8:20 So, B., der Bauch ist wieder gefüllt; ich sitz im Bus. Heute fahren wir auf die Golanhöhen, wo wir in einem Kibbuz übernachten werden, für eine Nacht.

Übrigens hat Y. uns erzählt, dass sein Vater einer der ersten Kibbuznik gewesen ist. Er, ein Intellektueller, mit wohl nicht sonderlich geschickten Händen, hat damals extra zusätzlich einen handwerklichen Beruf erlernt, weil dies Grundvoraussetzung war, für die Mitgliedschaft in einem Kibbuz. Sicher hat die Erfahrung des Kibbuzlebens seines Vaters, sich auch ganz positiv auf Y. Wesen ausgewirkt. Vielleicht hat er ja auch selbst da gewohnt als Kind? Allerdings steckt in ihm wohl ohnehin von Anfang an ein tiefgründig guter Kern. Ich bin mir sicher, lieber Gott, Du erhellst mir noch, wen er verkörpert.

Morgen geht’s dann für vier Tage nach Jerusalem. B., Jerusalem! Schade, dass ich’s ohne Deine körperliche Präsens erleben muss. Aber, Gott sein Dank, bist Du ja doch da, Liebster. Ach, ist das alles schwer!

Gestern? Ja, Gestern. Was könnt ich Dir noch berichten?

Ja, im Behindertendorf von Migdal/Magdala waren wir, das vor Zeiten G.G. gegründet hat. Also, ich fand den Rundgang total interessant. Der Leiter dort ist ein Guter.

Behinderte Menschen aller Art, deren Pflege zu Hause überfordern würde, können hier ein Zuhause finden, vom Beginn ihres Lebens an, bis zu ihrem Tode, sofern sie nicht den Weg hinaus in die Selbstständigkeit finden können. Dass sie diesen Absprung schaffen können, dafür erhalten sie alle menschenmögliche Unterstützung. Die Behandlung und Förderung gestaltet sich liebevoll und ganzheitlich und wenn möglich und gewünscht, kann ein intensiver Kontakt mit der leiblichen Familie aufrecht erhalten werden. Die Trägerschaft hat der Staat übernommen und Gott wird diese ganze Geschichte sicher auch zum Großteil zu tragen wissen. So jedenfalls, mein Empfinden.

Danach sind wir zum Gemeindeamt Magdala gefahren, wo M. Partnerschaftskontakte knüpfen wollte, was wohl auch gelungen sein wird.

Warte! Kurze Unterbrechung!
Wir sind grad an der Stelle angekommen, an der die Baptisten taufen. Wir steigen hier aus.

9:55 So, es geht weiter. Eine rumänisch-orthodoxe Gemeinschaft in schwarz sang für ihre weiß gekleideten Täuflinge wunderschön und kraftvoll, so dass ich stark ins Schwingen geriet und als M. die Bibeltexte las, da kullerten mir wieder die Tränen.
Ich hab die Hände in den Jordan getaucht, Arme und Gesicht benetzt und ich hab zwei kleine Flaschen gekauft, die ich nachher an der Jordanquelle füllen will, damit ich sie dann dem Pfarrer der evangelischen Johanniskirche und dem katholischen Pfarrer von St. Marien zuhause als Taufwasser schenken kann.

Gut, nun weiter zu Gestern. Wir sind über Kana nach Nazareth gefahren, wo wir das nachgestellte historische Dorf durchschritten haben. Ja, man bekommt da schon einen kleinen Einblick in unser Leben vor 2000 Jahren. Bei der kleinen Synagoge hab ich wieder zwei Steinchen hinterlassen, dafür welche von Nazareth mitgenommen, außerdem eine Scherbe, Wollfasern und –faden von der Spinnerin und Weberin, sowie ein Stückchen Schnitzholz vom Krippenmacher. Auch einen Olivenzweig hab ich von dort mitgenommen.
M. hat die Geschichte von dem Kranken gelesen, den sie durchs Dach herabgelassen hatten, woraufhin Jesus ihm die Sünden vergeben hat.

Als wir dann wieder am See Genezareth waren, stiegen wir auf so ein Petriboot und setzten singend über nach Tiberias. M. las die Stillung des Seesturms und das Vater Unser beteten wir.

12:40 Nun zu Heute. Oben auf den Golanhöhen stoppten wir zu einer köstlichen Weinprobe. Der Chef der Weinkellerei stammt aus Halle.

Jetzt fahren wir grad durch ehemaliges Kampfgebiet, in dem Y. als Reservist eingesetzt war.
Eben haben wir den höchsten Punkt erreicht. Vor uns liegt das über zweitausend Meter hohe helle Bergmassiv des Hermon. Rechts liegt ein Drusendorf, wo sie Kirschen- und Apfelanbau betreiben.

Blick auf Libanon. Sogar einen Eichenwald kann man hier finden und mehr Grün als anderswo. Ich vermute mal, wir kommen den Quellen näher.
Drusen und Moslems feiern Heute Opferfest zum Gedenken an die Opferung Ismaels. Sie glauben also nicht wie wir, dass Isaak geopfert werden sollte, sondern Ismael. Liegt in diesen verschiedenen Sichtweisen nicht jede Menge Sprengstoff?!

Jetzt machen wir kurz Stopp für die Bilderknipser. Motiv: Berg Hermon, auf dem die Grenze zwischen Israel und Syrien verläuft.

Nochmal zu Gestern. Nachdem Abendessen sind M. und ich noch auf der Poolterrasse gesessen, auf ein Gläschen Wein. Wir saßen mit anderen Frauen an einem langen Tisch und die Rede kam auf meine Arbeit, mein mystisches Erleben, unsere Trilogie und so weiter. U. sagte dann: „Weißt Du, dass Du mit Deinen Fähigkeiten nicht allein hier in der Gruppe bist?“
„Ja, ich weiß“, sagte ich entschuldigend und dachte dabei an ..., „die sind zwar durch meine Info über Dritte auf diese Reise gestoßen, aber mir wäre es lieber, sie wären nicht dabei.“
„Ja, ich weiß schon“, sagte U., „aber ich meine jemand anderen. Y! Der sagte, er habe seiner Mutter durch Handauglegen sehr helfen können.“
Erfreut horchte ich auf.
Gegen Mitternacht lagen wir im Bett.
Ah, ja, noch was! Der Busfahrer hat in der Bar, mit drei anderen, Musik gemacht. Eine Violine, eine Art Balalaika oder Riesenmandoline, eine Trommel und er selbst hat gesungen, und zwar gar nicht mal schlecht. Der ist wirklich ein Filou! Er fährt, er kocht, er singt… Sagt man Filou oder besser Pfiffikus?

13:20 Wir fahren grad serpentinenmäßig hinab zu einer der Jordanquellen.

So, B., ich sitze nun hier an der Quelle des Jordans in der Sonne und warte bis die anderen vom Essen wiederkommen.

Meine Flaschen hab ich gefüllt, eine zum Andenken für mich, mit drei Steinchen drinnen, dann die beiden Flaschen für die Pfarrer zu Hause und eine, von der ich schon drei Schlückchen getrunken hab. So wie ich es nun jeden Tag machen will, solang ich in Jerusalem weile. ‚Möge das Wasser mich heiligen.’
...
14:50 So, B., alle sind wieder hier. Der Bus fährt weiter.

15:55 Gleich werden wir im Kibbuz ankommen.
Nach der Hermonquelle waren wir noch an der in Tel Dan. Ein wundervoller Kraftort, eine wahre Oase ist das, hier in diesem kargen Land.

18:15 Ja, das Kibbuz ist okay für eine Nacht. Ein Park mit kleinen Häuschen, die einfach, aber vollkommen ausreichend eingerichtet sind.
Ob’s hier wohl Kakerlaken gibt? In unserem feinen Hotel in Tiberias hab ich ja eine gesehen, als ich Früh im Bad das Licht angeknipst hatte. M. hab ich’s gar net gesagt, um bei den Anderen keine Hysterie heraufzubeschwören. Nur dem Pfarrer  hab ich’s gemeldet und er wollte sich drum kümmern, dass es das Hotel erfährt, über Y.

Oh, B., Du müsstest meine Füße und Beine sehen! Total geschwollen; furchtbar! Das viele Essen, die Wärme, das lange Sitzen im Bus, all das wird wohl mitspielen. Ich sage Dir, sobald ich wieder zuhause bin werde ich fasten! Wie wär’s denn vom ersten Advent bis Hohneujahr? Das wären dann endlich meine vierzig Tage Wüste, Schatz. Erlaube es mir doch in dieser Zeit nur vom göttlichen Licht zu leben, mein Jesus; bitte! Du musst mich doch nicht vom Fleisch fallen lassen, Liebster.

Okay, wir reden dann noch mal drüber. Jetzt streck ich mich erstmal lang für ein Stündchen. Dann gibt’s Abendbrot.

M. plaudert mit jemandem auf der Terrasse draußen. Mach doch bitte, dass sie uns nicht stört, wenn Du Dich jetzt zu mir legst. Du kommst doch, B.?! Ja, ich spür Dich ja schon, Liebster. Komm!

22:30 Das Essen war, wie bisher immer, sehr gut.
Danach hat der Leiter des Kibbuz, ein in dem geteilten Dorf Ghajar lebender Araber einen Vortrag zur politischen und religiösen Lage gehalten. Die Bewohner sind Alawi, oder so, eine universell-christliche Religion mit Wurzeln im Islam, wie es hieß. Darüber muss ich zuhause noch mal googeln.

M. ist schon hinein gegangen. Ich sitze hier noch allein auf unserem Balkon, der drei Meter über der Erde hängt und höre das Kichern der Frauen im Nachbarhaus. In dem alten Weidenbaum vor unserem Haus ist vorhin ein Pfauenpärchen hinein geflogen; wohl um in ihrer Nachtruhe nicht von einem Raubtier überrascht zu werden. Vielleicht gibt’s hier ja auch Schakale? Das mutete vorhin total bizarr an, als die Riesenvögel sich einfach so vom Boden erhoben und in den Baum hinein flogen. Das hätt ich ihnen so leicht gar nicht zugetraut.
Danke übrigens, lieber Gott, dass Du uns so schönes Wetter bescherst. Ja, ich weiß schon; wenn Engel reisen!
Aber, weißt Du was, B.; ich geh jetzt auch schlafen. Y. sagte, der morgige Tag würde anstrengend werden.

Also dann, gute Nacht, Schatz. Ich liebe Dich! Morgen rücken wir ein in Jerusalem. Steh mir bei!
Bettina

Kibbuz Gonen
Mittwoch, 17. November 2010
Lieber B.,
6:10 guten Morgen, mein Jesus. Hab Dank für diese Nacht und dafür, dass Du mich beizeiten geweckt hast, so dass ich wieder miterleben durfte, wie der Tag erwacht, während ich eine Stunde lang im Kibbuz spazieren ging. Ich glaub, ich kenne nur jede Ecke hier. Es scheint wieder ein schöner Tag werden zu wollen! Ach, ich bin so dankbar, dass Du uns diese Sommertage schenkst, bevor wir in den kalten deutschen Winter gehen müssen. Du hast was gut bei mir, Schatz!
‚So, mein Jesus, nun umhülle und erfülle alle Guten mit Deinem göttlichen Licht; und ebenso alle Bösen; jeden zu seinem Zweck. Begleite uns an diesem denkwürdigen Tag. Und, Liebster, steh mir bei, denn heute Abend werde ich Jerusalem erobern.’
Vielleicht erobert Jerusalem aber auch einfach mich?

Als ich vorhin beim Spazierengehen noch im Finstern auf der Dachterrasse des Restaurants gestanden hab, nach Osten gewandt, um den neuen Tag zu begrüßen, da kam ein Auto, der Chef stieg aus und ging hinein. Kurze Zeit später hörte ich Gesang durch die gekippten Küchenfenster nach außen dringen. Mir schien, die ganze versammelte Mannschaft sang betend den neuen Tag ein. Der Gesang klang nach Frieden, aber auch nach Mut zusprechen, mit einem Touch von Patriotismus. Ich empfand es als angenehm und bewunderte sie ein wenig, dass sie den Tag auf solche Weise begannen.

Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich per herzlichem Handschlag bei dem jungen Alawi, wünschte ihm peace und freedom und spürte dabei sein Herz bei mir anpochen.
Also, ich muss schon sagen, interessante Leute lässt uns Y. kennenlernen. Danke, Y.

12:05 So, mein liebster B., mein Herz, mein Leben; grad kommen wir zurück aus dem Nationalpark Bet She’an. Eine wirklich eindrucksvolle Ausgrabungsstätte ist das. Riesige Säulen, türkisches Bad mit Fußbodenheizung, Marmorlatrine, Basaltfundamente mit Marmor- oder Sandsteinaufbau, breite Straßen mit Arkaden und ein gut erhaltenes Theater mit beeindruckender Akustik, die wir erprobt haben. Die Jugend improvisierte Szenen aus Romeo und Julia, das Publikum applaudierte froh gestimmt.

13:00 Alle steigen grad wieder ein in den Bus. Wir haben die Synagoge von Bet Alfa, mit ihrem interessanten Mosaikfußboden besichtigt, mit ihrem Sternzeichenrad und unter diesem die Opferszene Isaaks. Drinnen zeigten sie uns einen kleinen Spielfilm über die Entstehung des Mosaiks. Die Hälfte hab ich schon wieder vergessen, aber ich glaube der Künstler kam aus Bet She’an, das damals Skythopolis hieß.

13:10 Oh, wir halten schon wieder! Zum Baden. Ja, wunderbar!

14:15 Erfrischt sitze ich nun hier am Rande der Wasseroase, in der wir eben geschwommen sind; in angenehm temperiertem glasklaren Wasser, von einer schön gestalteten Grünflächen mit Palmen umgeben. Eine Grotte in der Felswand konnte man dort beschwimmen und wenn man die Füße ganz still hielt, konnte man sich von Putzerfischen die Hornhaut abfressen lassen. Allerdings hab ich mich dazu nicht überwinden können. Du kennst ja meine hysterische Reaktion bei der Berührung mit Fischen. Woher mag das wohl seinen Ursprung haben?

Also, ich muss jedenfalls sagen, wir werden hier ganz schön verwöhnt; von der Natur, von den Tieren, von den Menschen und von der göttlichen Welt natürlich sowieso.

Ich liebe diese Reise!
Es heißt grad, wir fahren jetzt erst noch nach Jericho, ehe wir Jerusalem in Besitz nehmen werden.

22:20 Das Abendessen hat wieder gemundet, hier im Prima Kings in Jerusalem. Ein paar Tränen hat mich die Einfahrt in die Stadt schon gekostet, B., aber es war erträglich.

Auf dem Weg hierher haben wir Jericho besucht, das mir ein bisschen so vorkam, wie eine andere Welt. Die Stadt wird nur von Palästinensern bewohnt, die es mit der Sauberkeit wohl nicht so haben, wie es scheint. Überall liegt Müll und Dreck herum. Oder liegt das einfach an fehlender Müllabfuhr? Der Menschenschlag jedoch ist mir recht sympathisch vorgekommen.

Allerdings musste Y. vor der Stadt aussteigen, denn es ist ihm von der israelischen Armee aus nicht erlaubt Palästinensergebiet zu betreten. Irgendwie fehlt mir was, wenn er nicht an Bord ist.

Am biblischen Maulbeerbaum waren wir, auf den Zachäus geklettert war. Von dort hab ich jetzt ein großes weißes Kopftuch im Koffer und M. hat an jeden eine schöne Karte ausgeteilt, auf der besagter Baum abgebildet ist. Außerdem hat er auch dort wieder die passende Bibelstelle vorgelesen, aus Lukas.
Die Landschaft in Jordanien ist ganz anders interessant. Wüstendünen und so weiter.

Na gut, B., ich mach erst mal Schluss; gleich ist es elf Uhr. Nur kurz meditieren möchte ich noch; will doch spüren, wie sich das anfühlt, hier in Jerusalem.
Dann, bitte, mach doch, dass die M. schnarcht, oder wenigstens tief und gleichmäßig atmet. Du willst doch zum Zuge kommen, oder?
Also gute Nacht, B. Ich liebe Dich!
Bettina.

Jerusalem
Donnerstag, 18. November 2010
Lieber B.,
8:45 wir sitzen im fahrenden Bus, Liebster. Heut steht auf dem Plan: Bethlehem, Mittag im Beduinenzelt und zum Abschluss die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

13:00 Die verschiedenen Kirchen von Bethlehem liegen hinter uns. Die Geburtskirche ging mir ganz schön nahe. Ich küsste die Stelle, an der Du geboren wurdest, mein Jesus. Erhebend! Die Kirche ist stark restaurierungsbedürftig, doch die verschiedenen Religionen, die auf jeden Zentimeter der ihnen zugewiesenen Teilfläche eifersüchtig wachen, kommen nicht unter einen Hut, um das Restaurieren gemeinsam in Angriff nehmen zu können. Ist das nicht grotesk? Krieg an Deiner Geburtsstätte! Also, da kann mir einer erzählen, was er will, die Welt ist verrückt!

Aber ein paar sehr schöne Gemälde hängen in der Kirche.

Die Engelskapelle der Evangelischen ist wunderschön. Eine runde Kuppel, durch die, bei günstigem Licht ein breiter Sonnenstrahl herab flutet. Oben ringsum sind hellsteinige Engelskulpturen angebracht, die jeweils im Wechsel nach oben zum Himmel blicken oder herab auf das Jesuskind. In drei rundkuppligen Nischen sind wunderschöne Wandgemälde. Zum einen die Hirten auf dem Felde, beleuchtet von einem dünnen Sternenstrahl; zweitens das Kind in der Krippe, breitstrahlig von lichtvollen Engeln erhellt; und die dritte Grotte zeigt, ja, was zeigt die? Siehst Du, ich hab’s schon wieder vergessen! ‚Bitte, lieber Gott, schenk mir doch ein besseres Gedächtnis!’ Ich denke, es wird die Verkündigung Mariens gewesen sein. Ja, genau! M. hat ja das Magnifikat gelesen dort.

Unten in der herrlich schwingenden Grotte feierten wir kurz Andacht mit Weihnachtsgeschichte, Macht hoch die Tür, Stille Nacht, Glaubensbekenntnis und Vater Unser. Es war einfach idyllisch!

Die katholische Kirche haben wir dann noch besucht, in der sich eine wunderschöne Marienstatue befindet, vor der ich eine Friedenskerze entzündet hab. Eine Weile hab ich mich zu einer orthodoxen Gruppe gestellt und hab dem jungen französisch sprechenden Popen, mit guten dunklen Augen und einem grau melierten langen Bart, zugehört, von dem eine ganz wunderbare Schwingung ausging.

Nun sitze ich hier auf einem Brunnenrand, lausche dem plätschernden Wasser, dass über drei Tonkrüge stufenweise herabfließt, nicht weit von den Hirtenfeldern. Die Hälfte der Gruppe sitzt zum Mittagessen in einer Art Touristen-Beduinenzelt, die andere Hälfte belagert den Brunnen.

Mein Gott, diese Nacht! B., was war das denn?!
M. schnarchte vor sich hin und als dann die göttliche Liebe über mich kam, fühlte es sich doch etwas anders an als Du. Unendlich leicht, würde ich es beschreiben; und ich musste dabei an Y. denken. Als ich nun nicht recht wusste, soll ich oder soll ich nicht? Da hörte ich: ‚Alles, was Du Deinem Nächsten tust, das hast Du mir getan.’ Also genoss ich es einfach. Und, was soll ich sagen? Wunderschön war’s! Hab ich nun einen platonischen Liebhaber neben Dir, Schatz, oder wie darf ich das verstehen? Klär mich auf, bitte!

Eine schöne Bilderausstellung hab ich gesehen, Heut im evangelischen Centrum, die auch eine Metallstatue von David mit seiner Harfe beherbergt, die mich voll in Schwingung versetzte. Unser heutiger Guide sagte, dass David in Bethlehem gesalbt wurde...

15:00 Grad stehen wir an der Grenze. Es staut. Diese neun Meter hohe Mauer ist zwar furchtbar, aber die palästinischen Selbstmordattentate sind durch sie faktisch auf Null herab gefahren. Unser heutiger Führer ist Christ auf palästinensischer Seite. Er erklärte uns, Bethlehem gilt als A-Gebiet, liegt also rein in palästinensischer Hand; C-Gebiete sind in israelischer Hand; und als B-Gebiete zählen die gemischt besiedelten.

Die Moslems feierten doch bis Gestern das Opferfest Ismaels, das die Christen hier mitfeiern, wie unser Guide uns erzählt hat, der nun aber, sich verabschiedend, ausgestiegen ist.
Sicher stößt Y. gleich wieder zu uns, der ja ins palästinensische Gebiet nicht mit hinein durfte.

15:45 So, wir haben ihn wieder, unseren humorvollen intelligenten Reiseführer, unseren Y. Gott sei Dank!

18:15 Ach, B., wir sind durch die Shoah-Gedenkstätte Yad Vashem gegangen! Immer wieder kamen mir die Tränen und immer wieder spürte ich Y. Herz bei mir anklopfen; tröstend, federleicht beschwingt und ich hatte den Eindruck, sein Blick suchte den meinen noch viel öfter als sonst und er musterte nicht nur meine Augen.
‚Mein lieber Gott, führe mich nicht in Versuchung!’

Jerusalem
Freitag, 19. November 2010
5:30 Oh, guten Morgen, B.! Es ist alles so wundervoll! Ich sitze jetzt hier auf der Balkon-Terrasse des Prima Kings, um wieder mitzuerleben, wie hier der Tag erwacht. Die Zahl der Autos, die unter mir in einem brunnenumschließenden Rondell des fünfstrahligen Straßenkreuzes den rechten Weg suchen, mehrt sich.
An jeder Straßenecke nehmen hellsteinige monumentale Häuser ihren angestammten Platz ein. Eben geht eine Gruppe nachtschwärmender  Jugendlicher unten an der kunstvollen Säule des Springbrunnens, auf dem gestuften Platz mit kleinem sauber gepflanztem Buschwerk vorüber. Neben der doppelt leuchtenden Straßenlaterne steht eine Palme, die die hohe Laterne noch um ein ganzes Stück überragt.
Zu den Gebäuden noch mal. Das, welches mir visavis steht, vierstöckig mit einem verspielten pavillionartigen Türmchen auf dem mächtigen Flachdach, gekrönt von einer etliche Meter hohen Statue, scheint mir ein Verwaltungsgebäude zu sein. In der Statue vermute ich Christus. Ich muss mir das nachher bei hellem Licht noch mal beschauen. An der Ecke, rechts von mir stehen zwei hohe, nüchterne modernere Gebäude in gleichem Stil, vor denen sich ein niedriger Arkadengang duckt, im welchem einige Geschäfte untergekommen sind.
Links von unserem Hotel steht ein Hotel, das „Leonardo Placa“. An der anderen linken Ecke steht ein Gästehaus unter dem Namen „Center for conservative Judaism“.
Ja, und die Straße zwischen diesen beiden Häusern führt linkerhand hinunter in die Altstadt, die wir heute per Pedes erobern werden. Endlich!

Inzwischen ist die Sonne aufgegangen und bestrahlt golden die Häuserwände, aber sehen kann ich sie leider noch nicht, weil die großen Gebäude sie vor meinem Blick verbergen. Naja, wenigstens durfte ich Heute wieder das herrliche Morgenrot bewundern, am wolkenlosen Himmel.
Über Nacht hat es abgekühlt. Der Wind weht mir um die Nase. Ich werd mal wieder hinein gehen, denn die Terrasse bevölkert sich langsam und ich bin ja noch im Nachthemd. Ehe ich aufs Zimmer zum Duschen gehe, werd ich im hauseigenen Synagogenraum noch ein Liedchen für Dich summen, mein Jesus.
6:30 M. ist noch im Bad, so werd ich also noch etwas über diese Nacht schreiben. Es war doch ganz wunderbar gestern Abend, als M. mit den Anderen noch mal auf Piste gegangen war. Oder, Schatz, wie siehst Du das? Da konntest Du wenigstens wieder mal so recht stürmisch sein, Liebster.
Aber dann, morgens um Vier, das war doch wieder Y., der sanft wie ein Hauch über mich kam. Sag, Jesus, macht Dir das wirklich gar nix aus? Wieso lässt Du ihm den Vortritt? Um Vier ist doch eigentlich Deine Zeit. Mein Gott! Geht das zuhause etwa so weiter?! Willst Du mich etwa mit Y. teilen? Ach, B., wir sind schon ein Ehepärchen, Du!

9:33 Ach, B., ist das herrlich! Wir blickten von Gezemaneh auf Jerusalem. Ich trage Dir und mir und der Stadt und Y. zu Ehren mein melonefarbenes Lieblingskleid. Y. hat uns mit viel Herz und Verstand seine Stadt vorgestellt, wobei ich mich ganz besonders auf sein schwingendes Herz konzentriert hab. Ja, und auf Deins natürlich auch, Liebster. Ist doch jawohl klar! Also, keine Angst, Liebster, Deinen Rang läuft Dir keiner ab.

Grad fuhren wir am Löwentor vorüber, an den Tempeltreppen und links an St. Petrus auf Zion.
So, der Bus hält. Wir gehen zu Fuß in die Stadt.

10:50 Nein, wir waren erstmal in Maria Entschlafung. Interessante Kirche! Auch in Jesu Passahfestsaal haben wir hier Einkehr gehalten und dort Abendmahl gefeiert. Unsere Gesänge ließen Passanten verweilen und mitsingen.

Einen Pfefferbaum hat Y. uns gezeigt, mit ganz zarten Blättern und einem herrlich aromatischen Duft. Eine Blattrispe hab ich gepflückt und werde sie auf dieser Tagebuchseite hier pressen.

So, wir steigen wieder aus.

14:45 Oh, mein Gott! Eben stand ich lange an der Klagemauer. Fast bin ich mit dem Stein verschmolzen. So eine gute Schwingung, B., so eine gute Schwingung! Danke auch für Deine pulsierende Energie, die ich spüren durfte. Allerdings spürte ich auch Y. Energie sanft in mich strömen. Mein Gott, soll das etwa wirklich zuhause so weitergehen?! Wollt ihr euch mich tatsächlich teilen?! Oh, B., Du musst mir die Situation erhellen! Ich will wissen wie ich mich verhalten soll.

Zwei Steine aus Magdala und L.-O. hab ich in der Wand deponiert, eingewickelt in einen Wunschzettel mit Friedenswünschen. Auf einem anderen Zettel bitte ich um die Bewusstwerdung des Sohnes; und einen dritten Zettel mit zwei Steinchen hab ich an der Außenwand zum angeblichen Grab von Jesus hinterlassen, mit dem Wunsch zur baldigen Schaffung des neuen Jerusalem. Und um unser baldiges Zusammenkommen hab ich gebeten.
‚Ach, bitte mach’s doch, lieber Gott!’
Ach, Mensch, und Gott, der Platz hier an der Klagemauer macht total traurig, obwohl ich jetzt hier auf der ganz hintersten Sitzreihe des Platzes bin. Ach, B., ich fühl mich so einsam. Die Emotionen die ich an der Grabeskirche nicht hatte, die kommen nun hier tränenreich hoch. ‚Bitte, lieber Gott, beende doch bald meine Einsamkeit!’ Komm doch, B., hol mich endlich zu Dir, Liebster!

Ja, an der Klagemauer hat uns Y. nun verlassen. Schade! Ich liebe es seine Stimme zu hören, liebe seine Gestik, liebe es ihm wie zufällig in die Augen zu schauen, die mir so viel sagen. Seine Schwingung spüre ich ja aber auch jetzt, obwohl ich ganz allein hier sitze.

Ach Jesus, bitte stille doch meinen Tränenfluss, der gar nicht mehr enden will. Ich will doch auch noch ein bisschen was von der Stadt sehen, Mann. Karten muss ich kaufen und schreiben. Oder lass ich’s einfach weg? Nein, ich mach’s!

So langsam scheint sich das Bild zu wandeln hier. Die Stimmung fühlt sich geschäftiger an, irgendwie wuselig. Aus der rechten Seite der Klagemauer verdrängen die jüdischen Frauen zahlenmäßig die Präsenz der Touristinnen. Und immer wieder müssen die zwei Frauen, die wohl die Aufsicht über den Platz inne haben, zur Trennwand zwischen den Geschlechtern laufen, um Touristinnen zurechtzuweisen, die mit Fotoapparaten und Videokameras auf Stühle geklettert sind, um mit Paparazziblick das Geschehen auf der Seite der Männer erhaschen zu können. Was mag es dort wohl Spannendes zu sehen geben?

So, jetzt stecke ich noch einen Zettel in die Klagemauer, auf dem ich Jesus und Maria bitte, sie mögen mich wieder in den Ashram einladen. Außerdem kriegt ihr aus Jerusalem eine Karte mit dieser Bitte. So!

18:00 Als ich mich dann endlich einigermaßen gefangen hatte und nun den Platz an der Mauer verließ, da erfuhr ich, was da drüben so spannend war. Sabbat war angesagt und der Platz auf der Seite der Männer füllte sich mehr und mehr mit orthodoxen Juden. „Die Schwarzen“, wie Y. sie nennt. Er scheint nicht besonders gut auf sie zu sprechen zu sein. Sie wüssten sich zum Beispiel mit allen möglichen Tricks des Militärdienstes zu entziehen, auf Grund dessen die übrigen Wehrdienstler gezwungen sind sich immer wieder als Reservisten zur Verfügung zu stellen, um die Armee zahlenmäßig handlungsfähig zu erhalten.
Die Frauen, zum Beispiel, entziehen sich durch frühe Heirat und die Männer durch fleißige Produktion von Nachkommen. Es sei Brauch, oder gar Gesetz, dass dem Mann der Beischlaf untersagt ist, fast zwei Wochen lang nach der Regelblutung der Frau.
Warum? Ich nehme an, so lange gilt sie wohl als unrein. Jedenfalls steigert diese Enthaltsamkeit das sexuelle Temperament und nicht selten wird es wohl vorkommen, dass, wenn der Mann um die Zeit der Eisprungs zum ersten Mal wieder in Aktion treten darf, die Frau im nächsten Monat nicht mehr unrein wird, sondern schwanger ist.

Als Y. das während der Fahrt so erläuterte, ging mir eine Frage durch den Sinn, die ich liebend gern zum Besten gegeben hätte: „Wie ist das denn dann mit den reiferen Frauen, die keine Regel mehr bekommen? Dürfen die dann gar nicht mehr, oder können die dann rund um die Uhr?“ Aber leider sitze ich im Bus ganz weit hinten – wir nennen uns die Hinterbänkler – so dass meine Stimme wahrscheinlich nicht bis nach vorne gedrungen wäre. Nicht mal Augenkontakt hab ich mit Y., nur ab und zu gelingt es mir einen Blick auf seine Stirn zu erhaschen.

Ja, die „Schwarzen“. Von denen bekam ich noch so einige Eindrücke, als ich mir dann meinen Weg durch die Straßen von Jerusalem bahnte, deren Bild mehr und mehr von den Männern mit den herabhängenden Schillerlocken, da wo bei anderen Männern die Kotletten sind, geprägt wurde. Einige mit runden breitkrempigen Hüten auf dem Kopf, das Gebetbuch in der Hand; andere mit imposanten, etwa dreißig Zentimeter hohen und ebenso breiten Zylinderhüten aus kurzhaarigem schwarzen Fell auf dem Haupte, manchmal in der einen Hand die dazu passende Hutschachtel tragend, in der anderen das Gebetbuch. Und jeder von ihnen hastete wie starrsinnig vorwärts, den Blick zu Boden gesenkt oder ins Leere gehend. Vielleicht, um nicht etwa durch den Anblick einer Frau auf verbotene Gedanken zu kommen? Denn ich glaube auch Sex ist Tabu am heiligen Sabbat. Ich versuchte nun meinerseits doch hin und wieder einen solchen verbotenen Blick auf mich zu lenken, was mir gar nicht selten gelang, woraufhin ich jedes Mal diebische Freude empfand.

Immer wieder behinderten kleine Gefährte den Fluss des Fußgängerstroms in den engen Gassen der Altstadt Jerusalems, bepackt mit Decken und Kissen und Kartons, wie bei einem Umzug. Solche Leute sind dann mit Mann und Maus unterwegs zur Sabbatfeier in versammelter Familie.
Wenn ich mir vorstelle, das ganze Procedere läuft so an jedem Freitagnachmittag ab und vielleicht dann an jedem Sonntagmorgen das Ganze rückwärts, dann mag das ja für Touristen ganz interessant und amüsant sein; ob das aber auch für die anderen Jerusalemer Bürger zutrifft?

Die sabbatfeiernde Jugend war ganz anders unterwegs. In größeren schwarz-weiß gekleideten Gruppen zogen sie lautstark durch die breitstraßige Neustadt. Ob betend oder nur grölend, das wage ich jetzt gar nicht zu beurteilen. Jedenfalls waren sie ganz lustig drauf und schienen sich recht stark und lebendig zu fühlen. Beim Überqueren einer Ampelkreuzung ging ich mitten durch solch eine jugendliche Gruppe hindurch und versuchte so viele Blicke wie nur möglich zu erhaschen. Die meisten waren heiter, aber auch ein paar leicht arrogante oder gar finstere Blicke konnte ich ausmachen.

Ach, B., es ist alles so wunderbar! Jerusalem!

Nach der Klagemauer hab ich mich langsam auf den Heimweg gemacht, bin durch den Bazar gegangen, hab mich mit verschiedenen Händlern unterhalten, hab zehn Gramm Safran gekauft. Es wären zehn Gramm, sagte der Händler, aber mir scheint es weniger zu sein, denn die Schachtel wiegt ja auch was. 36 Euro wollte er haben, für zehn hat er mir’s dann gegeben. Postkarten hab ich gekauft von denen ich jetzt gleich acht schreiben will, falls ich’s schaffe bis um Sieben.

Auf meinem Weg zum Prima Kings hinauf feierte ich in einer ganz beeindruckenden katholischen Kirche die Messe mit. Ich glaube, heut ist ein ganz besonderer Tag für sie gewesen, denn die luden zum Essen und Feiern in einen großen prächtigen Hof ein. So wie voriges Jahr in Rom in der Griechisch Orthodoxen Kirche. Weißt Du’s noch, B.? Ja, klar weist Du’s noch!
In dieser Jerusalemer katholischen Kirche verehren sie Mutter Marie Alphonsine und ich hab das Gefühl mit der hab ich ganz viel zu tun. Hab mir von dort einen Flyer mitgenommen, aber gegessen hab ich bei den Katholischen nix, weil es ja bald Abendbrot geben wird.
Drüben im Hotel kann ich sie durch die großen Fenster schon das Büffet stürmen sehen, hier von meinem Platz am Brunnen aus.

Ach ja, Du, und sag einmal, was war das denn vorhin! Dieser hübsche junge jüdische Mann, der mit mir hier anbändeln wollte?! Diese Versuchung hast doch Du mir geschickt, mein Schatz? Du kannst es eben nicht lassen!

Letzte Meldung für Heute. Es ist schon in der Nacht um Eins. Bis jetzt hab ich die Ansichtskarten geschrieben. Vorher hatte ich M. eine schöne Reikianwendung gegeben und nun will ich eigentlich nur noch eines. Schlafen! Oder nein, doch lieber lieben. Ich hab ja gar keine Zeit zum Schlafen, wenn ich meinen Harem zufrieden stellen will :-)

Also, liebster Jesus, lass die M. schön tief schnarchen und dann kommt, wir wollen uns gegenseitig glücklich machen.
Bettina.

Jerusalem
Sonnabend, 20. November 2010
Lieber B.,
5:30 guten Morgen, B. Danke, dass Du mich beizeiten geweckt hast. Geweckt? Was heißt geweckt?! Ich hab ja überhaupt nicht geschlafen.

Oh, dieses herrlich diesig-orangenen Morgenrot! Wie es heller und heller wird und sich nach oben hin ausbreitet. Ein Schmaus für Augen und Seele. Du, ich glaube fast, so gibt es das nur hier. Und über alledem thront die geliebte Venus, am Morgen, am Abend, immer und immer wieder. Ja, und immer wieder schickt sie mir ihre göttliche Energie...

Oh Gott, was hast Du noch so alles vor mit mir?! Mein Gott, treib es bitte nicht zu bunt mit mir! Ich möchte mich nicht in jeder heiligen Stadt neu verlieben, sodass am Ende die Liebe in Arbeit ausartet. Obwohl es ja nix Schöneres gibt zwischen Himmel und Erde. Aber man wird ja süchtig danach! Ich möchte nicht süchtig sein, Liebster; auch nicht sehnsüchtig. Oder ist vielleicht die Sehnsucht genau das, was das Leben erst lebenswert macht? Dann, bitte, lass mich einen Weg finden, sie besser ertragen zu können. Schenk mir die rechte Sicht darauf!

Ja, und was ist nun mit dem Wort „Liebster“, das mir so oft aus der Seele fließt? Kann ich es denn überhaupt noch sagen, wenn ich mehr als einen Liebsten habe? Ja, meinst Du? Wenn ich Christi Seele als Liebstes betrachte. Soll das jetzt heißen, auch Y. ist Christus? Ach, B., ich versteh’s nicht; ich versteh gar nix. Du musst es mir erhellen; bitte, bitte, bitte! Ich flehe dich an! Ach ich muss schon wieder weinen. Hört denn das niemals auf?!

10:40 Wir waren soeben in Qumran. Die Schwingung war very enorm, die des Ortes ebenso, wie die Y. Er ist Heute höchst aktiv, der Gute.

16:45 Im Toten Meer zu baden, B., einfach herrlich! Und lustig!
So langsam will es nun finster werden, hier, 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Vollmond ist aufgestiegen über Jordanien und küsst das Meer mit seinem goldigen Schein.
Ach, Morgen soll es nun heim gehen und ich will doch gar nicht! Ich könnt schon wieder heulen! Ich möchte nicht dahin, wo ich nur verachtet werde. Ach, Jesus, tröste mich!

Jerusalem
Sonntag, 21. November 2010
Lieber B.,
5:30 Wieder steigt ein neuer Tag herauf über Jerusalem. Jerusalem. Oh, Jerusalem. Wieder solch eine durchliebte schlaflose Nacht. Wieder zwei Liebste! Wieder dieses unerfüllte Verlangen nach Körperlichkeit.

Hätte Y. mich gestern Abend, nach dieser temperamentvollen Folklore-Show im Y.M.C.A., während der ich permanent sein  Temperament in mir spüren durfte, ach, hätte er mich doch nur gefragt, ob ich mich in dieser Nacht zu ihm legen möchte. Aber er fragte nicht. Nicht mit Worten jedenfalls. Und doch hat er mich kein Auge zutun lassen und hielt mich umfangen die ganze Nacht.
Ach, hätte er sich doch während der Veranstaltung abends zu mir gesetzt! Er wünschte sich den Körperkontakt doch ebenso sehr wie ich; das konnte ich ja spüren! Aber er setzte sich nicht zu mir, sondern zwei Reihen hinter mich, bedachte mich jedoch mit seiner ganzen Aufmerksamkeit und mich drängte es mich nach ihm umzudrehen, aber ich tat es nicht. Ich hätte mich ja auch ganz einfach zu ihm setzen können, aber ich tat es nicht. Ja, was auf geistiger Ebene so einfach erscheint, fällt auf der materiellen doch meist ganz schön schwer.

Wir versuchten dann noch ein Plätzchen zu finden, wo wir alle gemeinsam den Tag bei einem Gläschen Wein ausklingen lassen wollten, aber da war leider nix. Ich saß dann noch mit ein paar Frauen im Foyer des Hotels, in der Hoffnung, er setzt sich vielleicht noch dazu, aber als ich ihn dann durchs Fenster weggehen sah, da ging ich auf mein Zimmer. Als ich ihn so betont langsam davon gehen sah und es in meinem Kopf klang: ‚Folge mir!’ da hatte ich dann doch nicht den Mut dazu. Ich weiß ja gar nix von ihm! Ist er verheiratet? Lebt er allein? Und so weiter. Es hätte alles so laufen müssen an diesem Abend, wie unsere Herzen es sich gewünscht hatten, dann wären wir sicher zusammen im Bett gelandet. Aber vielleicht sollte es einfach nicht sein. Noch nicht!

Oh, Gott, was ist das denn?! Das Morgenrot ist weg. Wolken ziehen ein in die Stadt, im wahrsten Sinne des Wortes. Der eben noch absolut klare Himmel hängt voll von grauen Wolken und im Schein der Straßenlaternen ziehen dicke Schwaden auf die Straße hernieder. Und es wird empfindlich kühl und feucht, hier draußen auf der Terrasse des Prima Kings, für mich in meinem Nachthemd.
Sicher bekommt Israel nun bald seinen langersehnten Regen.
Eben verlöschen die Laternen.
Wie spät mag es sein? Um Sechs? Gut, dann geh ich mich jetzt mal anziehen, packe den Koffer fertig, gehe Heut mal schon halb Sieben zum Essen und mache mich noch einmal auf, in die Stadt. Bis Elf haben wir Zeit. Halb Zwölf geht der Bus zum Flughafen. Ade, Jerusalem! Ade, du heiliges Land! Ade, Y.! Oh, mein Gott!

Auf den Tempelberg soll ich nicht gehen, sagst Du, mein Jesus? Das soll erst geschehen, nach dem Jüngsten Gericht. Wenn Du dann, mich an Deiner Seite, in Jerusalem einziehst.

Okay, dann möchte ich gern noch die russisch orthodoxe Magdalenenkirche besuchen. Bitte, lieber Gott, lass sie mich finden.

11:30 Wir fahren gen Flughafen und wollen noch Halt machen an der Geburtskirche Johannes des Täufers. Die steht in Ein Karem, da wo Y. früher gelebt hat, glaube ich. Oder war’s Johannes? Oder beide?

Ach, B., wir waren mit dem Taxi am Ölberg; Ch., M., E. und ich. Letztere Zwei sind mit dem Taxi zurück gefahren, auf halber Strecke. Ch. und ich sind bis zum Hotel gelaufen. In der Kirche, Dominus Flevit, waren wir, im Garten Gethsemane, wo ich auf dem Stein geweint hab, auf dem auch Jesus schon geweint hat. Und danke, Vater, dass es uns möglich war bis in die Russisch Orthodoxe Magdalenenkirche vordringen zu können und dort in den Gottesdienst gerieten.

12:00 All diese Orte haben solch eine starke Schwingung auf mich ausgeübt und haben mich emotional voll aufgewühlt. Noch jetzt steigen mir ständig die Tränen hoch.

Mein allerletztes, mich tief beeindruckendes Erlebnis, innerhalb den alten Mauern Jerusalems, war eine etwa zwanzigköpfige Gruppe indischer Frauen und Männer, die uns entgegenkamen und deren offenen, freundlich lachenden Gesichtern mir so viele herzerwärmende wissende Blicke zufliegen ließen, dass es eine helle Freude war.

Kurz darauf verließen Ch. und ich die Altstadt durch das Jaffator und fanden uns auf den breiten Straßen der Neustadt wieder, wo uns, außer einiger hastender Schwarzer, kaum jemand besonders auffiel. Und irgendwie schien die hektische Eile nun auch uns zu ergreifen. Ich musste noch irgendwo Briefmarken für meine Postkartengrüße auftreiben und den Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte, den wollten wir ja auch nicht gern warten lassen.

Wir fahren grad Richtung Tel Aviv. Y. ist nicht mit im Bus, er fährt mir dem Auto voraus, ich kann ihn jedoch deutlich spüren. Die ganze Nacht hat er mich wieder beglückt und ich sehnte mich so sehr danach, bei ihm zu liegen.

Oh! Wir sind ja schon am Flughafen! Der fremde Busfahrer ist nicht zu der Kirche des Johannes gefahren. Schade!

15:00 Ich sitze nun hier am Gate C8 des Flughafens in Tel Aviv. Y. hat sich ganz lieb von mir verabschiedet; von mir ganz besonders, meine ich sagen zu können. Ach, immer wieder muss ich weinen, bin ganz schön traurig. Am liebsten bliebe ich hier. Wieder so ein Ort, an den ich zurück kommen muss; wie Köln.

Lass mich Dir von Gestern erzählen, B. Wir waren in Qumran, wo wir einen Film über die Essener gesehen haben und eine Ausstellung. Dann ging’s nach Masada, wo wir zuerst durch eine interessante Ausstellung geführt wurden, per Autoguide, woraufhin wir mit der Seilbahn zu den Resten von Herodes’ Burg hinauf gefahren sind. Y. erzählte uns von den Einzelheiten der Bauwerke, ließ unseren Blick ins Umland schweifen, bis hin zum nahen Toten Meer, und ich spürte einen gewissen Stolz in ihm, so als präsentiere er uns sein Eigentum.
Bei irgendeiner Gelegenheit hatte er dieser Tage gesagt: „Es ist schön, König zu sein.“ Ich horchte auf. Mir schwanten neue Erkenntnisse zu kommen.

Ach, ich werde Y. Stimme vermissen! Sein köstlicher Humor, sein enormes Wissen, seine feine Ästhetik, seine klugen blauen Augen, einfach sein ganzes Wesen. Ach, ich vermisse ihn ja jetzt schon!

Gestern, da oben in Masada, hab ich ihm den runden Stein gegeben, den ich vergaß in den See Genezareth zu werfen, und ich bat ihn, das doch für mich bei Gelegenheit noch zu tun. „Wenn Du’s getan hast“, sagte ich, „dann schreibe es mir“, wobei ich ihm einen kleinen Zettel mit meiner Email-Adresse in die Hand legte. M. stand dabei und er schien leicht verlegen zu sein, dass ich Y. einfach so Aufträge erteilte. Er weiß ja nicht, wie nah wir uns stehen, mein Y. und ich.

Ich bin nun durch den Abschied von ihm und von Jerusalem total aufgewühlt, wohinein sicher auch der Besuch auf dem Ölberg spielt. In der Magdalenenkirche mit ihren goldenen Zwiebeltürmen haben sie Gottesdienst gefeiert. Wunderbar war die Schwingung in dieser herrlichen Kirche, die für Touristen ja eigentlich geschlossen war, aber Du hast uns den Weg frei gemacht, mein Jesus. Danke!
M. und U., die mit den Jungs unterwegs waren, wurden da am Tor des Parks abgewiesen. Naja, sie können ja wieder mal nach Israel fliegen. Ach, bitte, mach doch, dass ich dann auch so viel Geld hab, so dass ich wieder mit fahren kann, wenn M. wieder so eine Reise organisiert. Ja, bitte!

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nach der Israel-Reise

Magdala Thüringen
Montag, 22. November 2010
9:30 Danke für diese Nacht, Y., hier in meinem Schlafsack, auf der Couch im Pfarrhaus in Magdala. Seit fünf Tagen spüre ich nun schon permanent Deine geliebte zarte platonische Nähe, und was soll ich sagen; ich möchte Dich nicht mehr missen, Y. Ja, ich glaube, selbst wenn ich wollte, ich könnte mich nicht mehr trennen von Dir. Oh, Gott, ich danke Dir!

Und für Dich, B., bedeutet meine Beziehung zu Y. vielleicht eine Lernaufgabe? Ich hab Deine Eifersucht schon gespürt, in dieser Nacht, doch es wird sich nix mehr ändern lassen daran. Y. gehört nun zu unserem Leben, so lange er mag. Also wird es wohl das Beste sein, Du gewöhnst Dich daran.
Vielleicht begegnet ihr euch ja irgendwann einmal? Ich bin mir sicher, ihr würdet euch gut verstehen, mein Jesus.
...

Limbach-Oberfrohna
Dienstag, 23. November 2010
Meine Liebsten, ich hab wenig geschlafen diese Nacht, aber geträumt: - Wir sind im Hotel mit der Reisegruppe. Y. und ich haben vor, uns unbemerkt zu entfernen, um allein zu sein, doch M. textet mich mit ihren Problemen zu. Ich denke mir, ich geh jetzt einfach, dann kann sie es ja den anderen Anwesenden weiter erzählen, - da wachte ich auf und das Happyend bleibt wieder mal in der Luft hängen.

19:45 Den ganzen Tag verbrachte ich im Bett, die Katze mit mir. Sie wollte ihre Streicheleinheiten und ich nahm wahr, dass sie für B. ganz anders forderte, als für Y. Ach, er fühlt sich so sanft beschwingt an! Y., hörst Du? Ich möchte Dich nicht mehr missen!
Grad muss ich denken, an unsere Verabschiedung auf dem Flughafen. Ich hatte mir zwar ein paar schöne Sätze zurechtgelegt, aber dann kam nur, als ich Deine Hand in meinen beiden hielt: „Es war mir ein Vergnügen.“ Naja, mehr hat’s vielleicht auch nicht gebraucht. Du küsstest mir die Wange und ich wünschte, es wäre mein Mund.

Ach, lieber Gott, ist es denn nicht genug, dass ich mich seit fast zwei Jahren so unendlich nach dem Partner meiner Seele sehne? Muss nun auch noch die Sehnsucht nach meinen Seelenfreund in Jerusalem dazu kommen?! Wer soll denn das aushalten?! Lieber Gott, steh mir bei!

Danke, Y, dass Du wieder den ganzen Tag so überaus zärtlich zu mir warst. Und Du, lieber B., musst Dich nicht gekränkt fühlen. Sei Dir gewiss, ich liebe Dich über alles. Uns verbindet ja das kosmische Band, ob wir wollen oder nicht. Aber ich spüre, wie Deine Eifersucht an Dir frisst, Du Armer. Besiege sie bitte! Ich glaube, Eifersucht kann die größte Liebe zerstören, Schatz. Ich möchte Dich nicht verlieren, hörst Du?! Ich liebe Dich!
Aber auch Y. möchte ich nicht verlieren. Seine Sanftheit ist wie Balsam für meine Seele und meinen Körper; ist der Gegenpol zu Deiner manchmal so ungestümen Intensität, B.; ist wie ein Blubb süßer Sahne in einer viel zu scharfen Speise. Wenn es Dir um mein Glück geht, B., dann gönne mir Y., bitte!

Was tippte ich doch vor Kurzem ins Manuskript? Ich war total verblüfft, als Du damals zu mir sagtest, ich könne auch einen andern nehmen. Ich dachte, ich höre nicht richtig; ja, ich war direkt etwas entsetzt darüber und sagte: Niemals wird es je einen anderen geben für mich! Und nun passiert mir Y.! Man sollte eben wirklich niemals nie sagen.

Du, ich glaub aber, genau so wie es geschehen ist, steht es in Gottes Plan. Am Ende hat er mich die Israelreise nur deshalb machen lassen, damit ich Y. begegne. Denk mal darüber nach B., und komm heut Nacht zu mir. Vielleicht kannst Du bis dahin Deine Eifersucht ablegen, denn die brennt abscheulich in mir. Okay, B., Du wirst sehen, wir finden eine Lösung, die uns alle glücklich macht.
Und Dich, lieber Gott, bitte ich, schick mir nicht noch einen, auch wenn Deine Lieblingszahl drei lautet.

Du, mein Jesus, ich muss grade amüsiert an Deine Idee mit der Heilsendung Gestern im Flieger denken. Da war ja was los! Keiner konnte ruhig auf seinem Platz sitzen bleiben. Die Leute rannten hin und her, es ging zu, wie auf dem Kölner Hauptbahnhof. Dabei hab ich ja nur Heilenergie zu dem jungen, von Besetzung geplagten Mann fließen lassen, der es nicht lassen konnte, ständig seine blonden Locken nervös um den Finger zu wickeln.
Also, jedenfalls war der Flug nicht langweilig, die Stimmung war angeheitert. Ja, selbst die Stewardessen wurden hochgradig von Unruhe geplagt und ich will nur hoffen, dass diese Aktion jede Menge unreiner Geister austreiben konnte. Du, ich hab auch das Gefühl, meine Heilkräfte sind wieder enorm angewachsen durch Jerusalem. Oder liegt es an Y.?

22:40 Du, B., ich hab noch fix die BOVIS vom letzten Vollmond ermittelt. Enorme Steigerung! War wohl aber fast zu erwarten, durch Jerusalem...
Mein Gott, bitte erhelle mir, wen er verkörpert!
Alle Guten auf meiner Liste stehen bei 153.000.000.000. Die Zombies haben nur noch 5 Tausend.

So, nun aber Schluss für Heute. Kommt nun, legt euch zu mir, meine Auserwählten. Sei es einzeln oder gemeinsam, mir ist alles Recht, Hauptsache wir machen uns glücklich.

Limbach-Oberfrohna
Mittwoch, 24. November 2010
7:00 guten Morgen, meine Liebsten. Ich danke euch für diese wundervoll schlaflose Nacht. Ihr salbtet mich mit köstlicher göttlicher Energie und ihr schenktet mir voll ein. Einen so belebenden Cocktail, bei dem alle Zutaten perfekt aufeinander abgestimmt waren, durfte ich nie vorher genießen. Möge Gott gnädig sein und mich noch viele solcher Kelche leeren lassen. Möge euer Stecken und Stab mich trösten immerfort. Es ist mir eine große Ehre euch zudiensten sein zu dürfen, lieber B., lieber Y. Ihr macht mich so glücklich und ich hoffe, ich euch auch. Ja? Na dann ist’s ja gut :-)

Und dennoch, mir steigen schon wieder die Tränen in die Augen, mein Herz ist schwer, Sehnsucht im Doppelpack. Das macht es nicht eben leichter für mich. Und Trauer, Y.; Trauer um eine verpasste Gelegenheit. Ach, hättest Du es doch ausgesprochen, am letzten Abend: „Komm mit!“

Die Welt, da draußen vor meinem Fenster, ist schneebedeckt seit Gestern; und ebenfalls seit Gestern hat meine Katze kaum mein Bett verlassen. Im Moment liegt sie mit ihrem Kopf auf meinem Knie, das ihr yogasitzend ein schönes Kissen ist. Meine Melonenkiste dient mir wieder als Schreibtisch, meine ewige Kerze ist neu entzündet, an meinem Schrank klebt eine weitere Ansichtskarte und ich spüre die kraftvolle Steigerung meiner Heilkraft, die mir Jerusalem gebracht hat.

Ansonsten ist hier alles beim Alten.
Die Energie außerhalb meines Zimmers ist heimtückisch, abweisend, erfüllt von kalter Wut.
Mamas Zustand ist unverändert.
Im Computer werden tausende Schrott-Emails darauf warten gelöscht zu werden. Meine Email-Adresse gleicht dem Scherbentor Jerusalems, ein Ort für sämtlichen Müll der Welt. Aber ich werde den Müllberg heut noch nicht abtragen. Ich denk ich brauche noch die ganze Woche, um mich zu akklimatisieren und Jerusalem einigermaßen zu verdauen. So viele Eindrücke hat mein Herz bekommen, so viele Erkenntnisse wurden mir beschert, so viele Inkarnationen sind zu recherchieren. Ich werde also mein Bett nur verlassen, sollte meine Mama klingeln.

8:00 Eben war ich auf Toilette... Mir krampfte sich das Herz zusammen, so schmerzhaft, wie noch nie und ich hatte echt Mühe die Atmosphäre zu reinigen, auf dass ich es einigermaßen entspannen konnte. Welchem teuflischen Geist wird hier wohl Einlass verschafft worden sein?! Oder, welchen giftig abstrahlenden Chip ...
Sie greifen also zu härteren Maßnahmen, um mich fertig zu machen! Ich bitte Dich, oh Gott, greife auch Du zu härteren Maßnahmen gegen die teuflische Saubande!
Ich hab mich nun gesalbt, meine Marienmedaille liegt auf meinem Herzchakra und dann, wenn die Mama klingelt, werde ich räuchern, bei mir und auch bei ihr. Bitte, lieber Gott, schütze die Mama und schütze mich; schütze den Sohn, die Tochter und die Enkelkinder... Lass Deine Engel ihre Flügel über uns breiten. Danke und Amen.

10:00 So, liebster Jesus, die Mama ist versorgt, das Haus gründlich durchgeräuchert, das Bettzeug ausgeschüttelt. Es fühlt sich alles viel leichter an, aber noch nicht ganz geklärt. Ich beschalle nun die Wohnung noch mit Mantras und Du, lieber Raphael, nimmst Dir bitte den letzten Rest vor! Danke.

Ich fühl mich noch immer angefressen. Oh Gott, was willst Du mir damit sagen?! Soll ich jetzt sofort hier ausziehen, oder soll ich’s ertragen? Bitte sag mir deutlich, was Du von mir willst!

13:10 Ich hab die Aufzeichnungen der Reise noch mal gelesen, vom Martinstag an. Oh, wie wunderbar! Um aber alle Eindrücke festhalten zu können, hätte ich wahrscheinlich dreimal soviel schreiben müssen. Nun stehen elf Namen auf dem Zettel, die ich recherchieren muss...

Okay, ich leg den Stift aus der Hand jetzt. Siesta!

18:10 Eigentlich ist doch um Drei die Mittagsruhe beendet; für uns war’s heut um Fünf. Lieber Gott, ich danke Dir, dass ich alle Zeit der Welt habe und danke für Y., mein Vater, und für B. Ich liebe! Dazu bin ich wohl auf die Welt gekommen.

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 im Nachfeld: 2014

Limbach-Oberfrohna
Montag, 26. Mai 2014
9:50 Maya: „Alle Kräfte für Harmonie und Schönheit wirken; Kreativität weitet sich aus.

Mein Gebet: „Mögen die Wirkkräfte dieses Tages alle Aktionen tragen.“

Franziskus! Messe im Coenaculum! Wie wunderbar! Dort das Abendmahl zu feiern, war mir vor dreieinhalb Jahren vergönnt. Heute Abend werde ich in Gedanken dabei sein. Ich wünsche Dir nun viel Kraft für den Tag. Spüre den Geist von Jesus und Maria Magdalena ganz nah bei Dir! Möge dieser Geist deutlich werden bei allen Aktivitäten des Tages. Möge unser Frieden sich senken über Jerusalem, Israel und die ganze Welt. Grüße mir die Heilige Stadt Davids! Amen.’

‚Möge Gleiches wirksam werden, ausgehend von den Mahnwachen für den Frieden in der Welt, Heute und an den kommenden Montagen, sowie auch an allen anderen Wochentagen. Möge die Anzahl der Städte und der Menschen, die daran mitwirken wachsen und wachsen und der Strom des Friedens, der Freiheit und Gerechtigkeit all die betäubten Herzen der Verantwortungsträger in allen Bereichen von Politik, Kirche, Wirtschaft, Wissenschaft, der Sozialbeauftragten, Kulturfördernden, Bildungsträgern und so weiter und so fort, erlösen.
Möge der Strom der alles umfassenden Liebe die Herzen aller Menschen auf Erden reinigend durchspülen und uns ein Bewusstsein bringen, dass es uns ermöglicht gemeinsam Eden auf Erden zu vollenden. Gott, bitte steh uns wieder bei, mit Deinen unendlichen Engelscharen. Amen und Danke!’

21:20 Zwar hatten sie Gewitter gemeldet, doch wir hatten Sonne. Danke fürs pünktliche Wecken heut Morgen, B.

In der Medi floss klärende Energie an alle Machthaber der Welt. Als ich mich dann noch einmal hingelegt hatte, fühlte ich mich still und sanft gehalten bei Dir liegend. Schön! Die Katze lag neben meinem Kopfkissen.

Die Mama klingelte bereits kurz nach Acht.

Dann hörte ich „Die Brücken am Fluss“ und gab später das Gebet von heut Morgen in meinen Blog zu den Montagsdemonstrationen ein.

Nach Zwölf wollte M.. gern auf meine Reiki-Liege. Sie war schwer blockiert, links an Schulterblatt und Herzbereich, nach oben hin. Viel Blockierendes konnte zwar abfließen, aber auch jetzt spüre ich die festhaltenden Energien noch fast schmerzhaft. ‚Bitte, Vater, lass sie gesund sein!’

Zur Siesta warst Du da, Liebster, Wie schön! F. kam zum Austausch und auch L., in Verbindung mit allen Organisatoren der Mahnwachen. ‚Mögen sie stets nach Gottes Plan handeln.’

Noch während meiner Siestazeit stand I. in meinem Zimmer. Sie hatte noch ein paar Glasplatten zum Einlagern gebracht und ihre Liege wieder abgeholt; und sie plapperte auf mich ein, wie ein Wasserfall. Ich sagte ihr, dass sich ihr Kommunikations-Chakra blockiert anfühlt, was sie selbst bereits wusste. Mehr hineinzuspüren als herauszuplappern könnte ihre Blockaden, auch die am Herzen, wahrscheinlich eher in Fluss bringen. ‚Hilf ihr doch dabei, Vater!’
...

Bettina :-)

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